19.00 Uhr: Vernissage LOWRES realities
In einer dokumentarischen Fotocollage zeigen acht Menschen mit Fluchterfahrung ihre individuelle Perspektive auf ihren neuen Alltag in Bern. Mit ihren Smartphones halten sie ihre Sichtweisen, ihre Orte und Wege sowie ihre Suche nach einem Platz im neuen Alltag fest. Die Kamera ist dabei ein Werkzeug des Ausprobierens und Erzählens.
Entstanden ist ein visuelles Tagebuch: selbstbestimmt, eigenwillig und unmittelbar.
Ein Projekt von volldabei in Kollaboration mit der Fotografin Annette Boutellier.
19.30 Uhr: Literatur und der Kampf um Freiheit
Lesung und Gespräch mit Atefe Asadi und Sahar Tavakoli (Iran)
Moderation: Ana Sobral
Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Situation im Iran wird dieser Abend die Herausforderungen beleuchten, die mit der Suche nach authentischem Ausdruck in der Literatur unter autoritären Verhältnissen und im Exil einhergehen.
ATEFE ASADI ist Autorin, Redakteurin, Übersetzerin und Songwriterin aus Teheran. Sie arbeitete u.a. als Redakteurin und Übersetzerin für verschiedene Underground-Magazine. Sie schreibt über soziale, politische und religiöse Themen der iranischen Gesellschaft, einschließlich Genderfragen, Sexualität und Frauenrechte. Einige ihrer Geschichten wurden in unabhängigen Zeitschriften wie The Morva Quarterly, Consefr und Saayeha oder auf Online-Plattformen wie Ketaabchi veröffentlicht. Andere Werke wurden vom iranischen Ministerium für Kultur und islamische Führung als nicht druckbar erklärt. In ihrer Heimat stand sie unter großem politischen Druck, wurde mehrfach verhört und musste ihre Social Media-Accounts schließen. Seit 2022 lebt die Autorin in Deutschland im Exil.
SAHAR TAVAKOLI hat als Verlegerin, Übersetzerin und Dichterin im Iran den Druck und die Einschränkungen beim Schaffen von Literatur unter einem autoritären Regime am eigenen Leib erfahren. Vor zwanzig Jahren hatte sie mit ihrem Mann in Teheran den Dastan-Verlag gegründet. 2023 geriet sie ins Visier des Regimes – und entschied sich zur Flucht in die Schweiz. Mit den neuen Ausdrucksräumen, die sie im Exil gefunden hat, veränderte sich ihr eigenes Schreiben erheblich. Sahar hat zahlreiche Bücher geschrieben und verschiedene englischsprachige Autor:innen ins Persische übersetzt. Für ihre Arbeit ist sie mehrfach ausgezeichnet worden.
Tickets: CHF 22.- (Standard) / CHF 15.- (Kulturlegi) / Geflüchtete gratis
Türöffnung: 18.30 Uhr
Location: Sous Soul, Spitalgasse 4, 3011 Bern
Wir freuen uns auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher!
Eine Veranstaltung in Kooperation von Weiter Schreiben Schweiz (artlink), Sous Soul Bern und volldabei: ein Projekt der Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not (RBS Bern).
Mit freundlicher Unterstützung von Kultur Stadt Bern, Burgergemeinde Bern, Swisslos – Kultur Kanton Bern, Temperatio Stiftung, Gubler-Hablützel Stiftung, Landis & Gyr Stiftung, Ev.-Ref. Kirche Bern.